Warum gendergerechte Sprache auch international relevant ist

Teil 1: Englisch

Gendergerechte Sprache ist nicht nur in Deutschland Ausdruck von Inklusion und zeitgemäßer Kommunikation. Unternehmen, die international agieren, stehen dabei vor der Herausforderung, ihre Botschaften nicht nur sprachlich korrekt, sondern auch genderneutral zu vermitteln. Wie das im Englischen gelingt, zeigen wir Ihnen in unserem Blogartikel anhand konkreter Beispiele. 

Berufsbezeichnungen auf Englisch

Das Englische kennt, anders als das Deutsche, keine grammatikalischen Geschlechter bei Substantiven. Viele Bezeichnungen von Berufen, Positionen oder Personengruppen sind in der Regel geschlechtsneutral und inkludieren automatisch alle Geschlechter (nurse, doctor, teacher, clerk). Dennoch gibt es viele Rollenbezeichnungen, die einen klaren männlichen oder weiblichen Bezug haben, zum Beispiel waiter und waitress. Hier geht die Tendenz auch im Englischen dahin, geschlechtsspezifische Begriffe so wenig wie möglich zu verwenden und eine neutrale Formulierung zu wählen. 

Es gibt verschiedene Methoden zur Bildung geschlechtsneutraler Berufsbezeichnungen: 

  • Neutraler Suffix: Ersetzen Sie die Endung -man oder -woman durch neutrale Suffixe.
    • fireman / firewoman → firefighter
    • policeman / policewoman → police officer
    • businessman / businesswoman → businessperson
    • salesman / saleswoman → salesperson
  • Spezifische Wörter: Ersetzen Sie traditionelle, geschlechtsspezifische Begriffe durch neutralere Alternativen.
    • steward / stewardess → flight attendant
    • chairman → chair (oder chairperson)
    • waiter / waitress → server
    • mankind → humankind, humanity, people

Pronomen im Englischen

Traditionell werden im Englischen die Pronomen he/him/his/himself verwendet, wenn man sich auf ein Wort bezieht, bei dem das Geschlecht nicht genauer spezifiziert ist. Diese sprachliche Form schließt aber nicht nur Frauen aus, sondern auch Menschen, die sich keinem binären Geschlecht zugehörig fühlen.

Um geschlechtsdiskriminierende Formulierungen zu vermeiden, gibt es folgende Möglichkeiten: 

  • Possessivartikel ersetzen: Verwenden Sie ‚the‘ oder ‚a(n)‘ statt ‚his‘ oder ‚her‘. Alternativ lassen Sie den Artikel ganz weg und wechseln Sie bei dem Wort, auf das sich das Pronomen bezieht, zur Pluralform.
    • An investor wants a good return on his investment. 
      → An investor wants a good return on the/an investment.
      → An investor wants a good return on investments.
  • Gendern mit ‚they‘: Verwenden Sie ‚they‘ und die zugehörigen Pronomen, selbst wenn Sie über ein Wort im Singular sprechen.
    • The client is usually the best judge of the value of his counseling. 
      → The client is usually the best judge of the value of their counseling.
    • Everybody has to choose the career that suits him best.
      → Everybody has to choose the career that suits them best.
  • Gendern mit ‚one‘ oder ‚you: Verwenden Sie als geschlechtsneutrale Variante für die Personalpronomen ‚one‘ oder ‚you‘.
    • A careful accountant has to check his data.
      → To be a careful accountant, one has to check one’s data. (formell)
      → To be a careful accountant, you have to check your data. (informell)

Neopronomen im Englischen

Neopronomen sind neue Pronomen, die verwendet werden, um nicht-binäre Personen zu bezeichnen. Sie sind eine Alternative zu geschlechtsneutralen Pronomen wie dem etablierten ‚they/them‘. Die Verwendung von Neopronomen im Englischen ist eine Möglichkeit, die eigene Geschlechtsidentität genauer auszudrücken. 

  • Beispiele für Neopronomen:
    • xe/xem/xyr
    • ze/hir/hirs
    • e/em/eir
    • fae/faer

Gendergerechte Anrede im internationalen Arbeitsumfeld

Für den internationalen Berufsalltag ist die korrekte Verwendung geschlechtsneutraler Anredeformen in der schriftlichen Kommunikation unerlässlich. Während früher zwischen unverheirateten Frauen („Miss“) und verheirateten Frauen („Mrs.“) unterschieden wurde, wird heute die neutrale Form „Ms.“ verwendet (im britischen Englisch ohne Punkt, im amerikanischen mit Punkt). 

Um geschlechtsspezifische Anrede ganz zu vermeiden und auch nicht-binäre Menschen anzusprechen, werden zunehmend auch Ausdrücke wie „Mx.“ anstelle von „Mr.“ oder „Ms.“ genutzt. Im alltäglichen Gebrauch ist es auch üblich, einfach Vorname und Nachname zu verwenden (Dear [Vorname] [Nachname]), oder die Anrede komplett wegzulassen, je nach Kontext. 

Fazit

Genderneutrale Sprache ist nicht nur im Alltag, sondern auch im Beruf ein notwendiges Werkzeug, um Vielfalt und Inklusion zu fördern. Welche der vorgestellten Varianten Sie zum Gendern im Englischen nutzen, hängt vom Kontext und dem beruflichen Umfeld ab, in dem Sie sich bewegen. Beachten Sie aber, dass nicht immer alle Optionen gut funktionieren, ähnlich wie im Deutschen. 

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